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Mark Brandis -- Abenteuer in der Welt von Morgen

Mark Brandis ist eine deutsche SciFi-serie aus den 70er-Jahren. :) OK, eigentlich ist sie für Kinder, aber auch für Erwachsene ist sie noch schön zu lesen, was man auch an den Mitgliedern des offiziellen Fanforums erkennen kann (und das schon vor Harry Potter.) Die Geschichten handeln von Zivilcourage der Raumfahrer und sind wegen ihrer Realitätsnähe sehr fesselnd, wenn sie auch ein wenig idealistisch sind.

offizielle Mark Brandis-Webseite!

Zur Zeit arbeite ich an einer Zeitleiste der Geschehnisse...

Die Protagonisten

  • Die beschriebenen Personen arbeiten den Großteil der Zeit in einer internationalen Hilfsorganisation, der "Unabhängigen Gesellschaft zur Rettung Raumschiffbrüchiger", UGzRR (analog zur tatsächlichen "DGzRS - Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger"!).
  • Die Helden werden nicht als perfekt dargestellt, aber sie haben schon Vorbildcharakter. V.a. der idealistische Mark Brandis ist für seine "etwas freiere Interpretation von Regeln" mehrfach in Ungnade gefallen, hat sich dadurch aber nie entmutigen lassen, sondern dann einfach den Job gewechselt. ;-) Die Astronauten haben auch Familien und gut ausgearbeitete persönliche Hintergründe, die ihr Tun beeinflussen.
  • Mark Brandis' Raumfahrerkollegen sind ein bunt zusammengewürfeltes internationales Team von "Partisanen" (wie vom Verlag unerwartet für den Autor im Untertitel der Serie so bezeichnet), also hart arbeitende normale Bürger, die aber natürlich die ersten sind, die sich gegen eine Diktatur oder unmenschliche Befehle widersetzen, und damit auch Erfolg haben.
  • Motto: "Woran Du glaubst, dafür sollst Du leben und sterben!" (Könnte bis auf die zwei letzten Worte auch aus Babylon 5 stammen...) Dies ist für heutige Ohren zwar zu radikal, aber es fasst die Einstellung aller Figuren (sowohl der Prota- als auch der Antagonisten) gut zusammen.

Setting:

  • Zeit: In 100 Jahren, also ab ca. 2050.
  • Politische Situation: Die Welt ist in Ost und West gespalten. Die westliche Hauptstadt Metropolis ist eine künstliche Insel im Atlantik, Metro ist die künstliche Linguafranca in Afrika, Amerika und Europa. Asien ist von der Kontrolle und Anzahl der Bevölkerung her mächtiger, der Westen liegt dafür technologisch vorne. Ein weiterer Machtpol entwickelt sich, die Mondstation Las Lunas.
  • Raumfahrt: Es existieren bereits mehrere Raumstationen, Mond, Venus und Mars werden besiedelt. Die Raumfahrt ins Sonnensystem ist noch nicht Alltagsroutine, sondern nur besonders Ausgebildeten möglich, weil sie noch sehr anstregend und gefährlich ist. Ausflüge zum Mond sind aber schon für jeden Bürger zu haben, dort besteht bereits ein Ferienzentrum mit Kasinos etc.
  • Es gibt in der jungen Raumfahrerzivilisation für unsere Helden noch Raum für Testflüge mit völlig neuen Raumschifftypen und Pioniertaten, wie z.B. die erste "Landung" auf dem Uranus (die kurz danach von der Realität eingeholt wurde, da man inzwischen weiss, dass er aus Gas besteht).
  • SciFi-Themen sind Androiden, Gehirnwäsche, Krieg, Diktatur, Globalisierung, Rassismus, Terraforming, Computerabhängigkeit, Cyborgs, möglicher Kontakt mit Außeridischen, und sogar Rasterfandung(!).
  • Allgemeine Themen: Politik und Gesellschaftskritik (Kalter Krieg zwischen Osten und Westen).
  • Sex and Crime: Da es eine Kinderserie ist, gibt es auffälligerweise wenig direkte Gewalt, und schlichtweg gar keinen Sex, d.h. konkret sogar, dass die Protagonisten (aus Verzweiflung darüber(?)) ;-) ein Kind adoptieren.

Contra:

  • Einzelne Figuren wirken auf den ersten Blick klischeehaft, jeder stellt einen typischen Repräsentanten eines Landes dar (der "typische Russe" etc) -- was allerdings bei einer Kinderserie nicht unüblich ist, und sehr viel zur Charakterisierung beiträgt.
  • Sowohl die Handlung als auch die Charakterisierungen sind ziemlich idealistisch. Deswegen liest man die Serie ja. :-)
  • Dem Autor waren die Menschen wichtiger als der Techbla, daher legte er leider keinen besonderen Wert auf astronomische Korrektheit. Die wichtigsten Fakten schlug er wohl nach und überschlug rechnerisch ein paar plausibel klingende Werte, allerdings kann man, wenn man es darauf anlegt, in dieser Hinsicht Fehler finden. (Vom Planeten "auf der anderen Seite der Sonne" aus sieht man "andere Sternbilder", u.a.)

Pro:

  • Die Geschichten sind sehr realistisch und "miterlebbar"! Der weitgereiste Autor war selbst Schriftsteller, Hörspielautor, Journalist, Seemann und Taucher. So brachte er viel praktische Erfahrung über z.B. Skaphander und Seefahrtstrategien mit ein, die einem das Gefühl geben, er hätte die Raumfahrt selbst miterlebt.
  • Raumfahrt ist hier harte Arbeit und sehr gefährlich. Nicht wie das romantisch vereinfachte "Star-Trekking mit Warp-Faktor 9", wo man per Knopfdruck Schutzschilde und künstliche Schwerkraft anschalten kann, die Lösung von Problemen aus Quantenflux-Phasenphalanx-Generatoren besteht, und an Konsolen lustig Lämpchen blinken, von denen keiner weiss, was sie tun. Bei MB waren die Raumschiffe schwere, reale, anfällige Maschinen mit Aussenhüllen, die ständig repariert werden mussten, und die von menschlichen Fachleuten gesteuert wurden, deren Aufgaben in nachvollziehbare Worte fassbar waren — nämlich Navigation, Radar, Funk, Maschinenraum, und Brücke.

Stories:

  • Worst-Of: Die Story, die ich am wenigstens mag, ist "Vargo-Faktor". Die Crew fällt in ein schwarzes Loch, schrumpft dort samt Kleidung auf Zwergengröße, während das Raumschiff groß bleibt, und riesige Spinnen sie attackieren... Mh-hmmmm, schon klar... ;-)
  • Best-Of: Jaa! Kolibris schrotten! Mein Lieblingsband ist "Testakte Kolibri", in der ein geheimes neues Weltraum-Flugzeug-U-Boot getestet wird, das einen seltenen tödlichen Heisen-Bug hat, der nicht im Labor reproduzierbar ist. Die sinkenden Praxistestpiloten haben dann zwei Möglichkeiten: Ertrinken oder den Treibstoffzünder häcken, auf die Gefahr hin, dass sie ohne Steuerungsmöglichkeit gegen Land oder sogar ins All katapultiert werden... (und es gibt im All nicht an jeder Strassenecke eine Raumstation, die sie rettet!)

Insiderwissen...

  • Der Autor Nikolai von Michalewsky schrieb seine "Reiseberichte" unter dem Pseudonym der Hauptfigur Brandis. Beide haben daher am selben Datum Geburtstag (Brandis genau 100 Jahre nach Michalewsky), beide habe gleiche Einstellungen und Erfahrungen, und beide sind in der Mark Brandenburg (*räusper*) aufgewachsen... Eigentlich hat der Autor also bloß Geschichten über sich selbst "als Helden, 100 Jahre später" geschrieben. :-)
  • Der Autor reiste selbst viel und engagierte sich nach seinem SciFi-Projekt auch im Umweltschutz. In den Siebzigern und Achzigern veröffentlichte er noch weitere Romane und Radiohörspiele unter diversen Pseudonymen (Bibliographie). So erfuhr er erst Jahre später von der Beliebtheit seiner "Jugendsünde" und der Existenz eines sehr engagierten "Mark Brandis"-Fanclubs. Als die Identität des Pseudonyms schließlich aufgedeckt wurde, wurde er auf eine deutsche SciFi-Convention eingeladen und begeistert empfangen — seine Leser waren zwar inzwischen erwachsen, aber hatten die Geschichten immer noch als beeindruckend in Erinnerung. Zu guter Letzt bekam er sogar eine eigene offizielle Fan-Webseite, kurz bevor er Ende 2000 starb.
  • Die Bilder auf den Titelseiten und innen wurden gezeichnet vom Schweizer Robert Andre. Sie sind sehr klar und schlicht in schwarzweiss, und dann in kindertauglichen ;-) flächigen Grundfarben koloriert. Das passte ideal zum Schreibstil, der auch ohne viel Ausschmückerei zum Punkt kommt. Der Autor konnte diese Bilder jedoch nicht sonderlich leiden, er hatte aber (meiner Meinung nach zum Glück) laut Vertrag bei der Auswahl keine Stimme im Parlament! :-p
 
   
2008.08.26

http://www.ruthless.zathras.de/