Logo
RuTh's  RuThLEss  HomEpAgE

 

sTaRt
 
 
 
 
 
 
 
 
FuN
 
 
 
>
Mark Brandis
>
Fantasy-Figuren
>
Elb, Alb, Elf
>
SciFi/Fantasy links
 
fAcTs
 
 
 
 
 
 
 
 

Fantasy- und Sagengestalten aus europäischen Märchen

Vorwort: Wie der Begriff "Fantasy" schon andeutet, hängt bei Fantasy-Geschichten die Definition der vorkommenden Wesen vom Einfallsreichtum des Autors ab. Es gibt keine offiziellen festen Regeln für die Fantasy-Figuren, auch wenn gleiche Namen benutzt werden. Hier also meine, aus Sagen und Grimms Märchen gesammelten "Definitionen" der bekanntesten Naturgeister und Rollenspielfiguren.

Bekannte Fantasy-Wesen: Alraun, Banshee, Behemot, Bertha, Delberin, die Disen, Drache, Fafnir, Fata Morgana, Fee, Golem, Gnom, Frau Holle, Huldrevolk, Hydra, die Jöten, Jormungandr, Leviathan, Lindwurm, Long, Morgana, Morgan Le Fey, Morrigan, Naga, die Nornen, Nymphe, Oger, Perchta, Riese, Salamander, Skuld, Sträggele, Sylphe, die Thursen, Troll/Trollkona, Türst, Trollkarl/Trollkvinna, Urdr, Verdandi, Walküre, Wütis Heer, Die Wilde Jagd. Sonstige: Elbische Wesen (Übersicht, Details): Alb, Alberich, Alfenfuß, Bachgeist, Bergmannli, Bobbele, Bug, Cauchemar, Drude, Drudenei, Drudenfuß, Ent, Elb, elbische Wesen, Elfen, Erlkönig, Gartenzwerg, Goblin, Heinzel, Heinzelmännchen, Klabauter, Kobold, Kobalt, Leprechaun, Mar/Mahr, Männlein, Najade, Nibelungen, Nick, Nightmare, Nisse, Nixe/Nix, Nöck, Old Scratch, Old Nick, Poltergeist, Rauhmann, Rübezahl, Schlumpf, Santa Claus, Schrat (Feldschrat, Wiesenschrat, Nachtschrat, Bergschrat, Waldschrat) Schwanenhemd, der Schwarze Mann, Toggeli, Tomte, Trude, Undine, Unterirdische, Walther, Wassermann, Wechselbalg, Wichtel, Zwerg.

Elbische Wesen (Kurzversion)

Naturgeister: Der Begriff "Elb" für den bekanntesten germanischen Naturgeist stammt als Übersetzung von den Gebrüdern Grimm. Etymologisch ist zwar Alb = Alv = Alf = Elb = Elf, aber praktisch werden heutzutage unter Elfen die englischen mit den spitzen Ohren verstanden, die Alver/Alfer leben in Skandinavien, die Albe sind die Dunkelelbe, und die Elbe sind die Lichtelbe -- oder Elb wird ebenso wie Elf als Oberbegriff für alle kleinen Naturgeister benutzt.

Eigenschaften: Essentiell für Elbe ist ihr fehlender "Dualismus", denn grundsätzlich waren elbische Wesen weder völlig gut noch völlig böse, egal ob Dunkel- oder Lichtelb. Jedes war launisch und wechselhaft wie die Natur. Jeder Segen konnte zum Fluch werden, jeder erschreckende Alb-Traum konnte weise Offenbarungen nach sich ziehen.
Elbe und Albe repräsentieren die Kontrolle über die Natur in Form von Handwerk (z.B. Schmiedekunst) und Ackerbau, aber gleichzeitig auch die Machtlosigkeit gegenüber Naturkatastrophen, Behinderung (Wechselbalg) und Missernten. Erst durch die Christianisierung wurden die Dunkelelben pauschal zu Dämonen und die Lichtelben zu Gartenzwergen.

Licht und Dunkel: Jeder Elb ist mit einem Ort assoziiert, den er schützt und repräsentiert. Es gibt dabei Licht- und Dunkelelbe.
Ich zähle zu den Lichtelben die Elbe, Schrate, Kobolde, Poltergeister, Heinzel, und Wichtel. Sie leben in sonnigen oder luftigen Orten, z.B. in Bäumen und im Wald, in Blumen und auf Feldern, oder in der Nähe des Herdfeuers oder der Altarkerzen.
Zu den Dunkelelben zähle ich die Albe, die Mahre, die Druden, Erdbewohner wie die Zwerge und Bachgeister wie den Nöck. Diese leben unter der Erde, unter Steinen, oder unter Wasser.
Unter diesem Gesichtspunkt herrschen die Lichtelbe also über die Elemente Wind und Feuer (wie die Asen), und die Dunkelelbe über Erde und Wasser (wie die Vanen). Diese Aussagen sind neutral, Licht und Dunkel bedeuten hier wie schon erwähnt nicht Gut und Böse!

Aussehen: Lichtelbe sehen aus wie schöne Kinder oder wie zierliche aber kräftige Jugendliche, die weiser und erfahrener wirken, als sie bei ihrer scheinbaren Jugend sein dürften. Dunkelelbe werden umgekehrt als häßlich und alt dargestellt, und sie benehmen sich analog frech wie wilde Kinder. Beide Arten können sehr alt werden. Sie sind hohl und leicht, so dass sie schwebend fliegen, sich in Ritzen verstecken, und auf Schnee laufen können.

Kontakt zu Menschen: Generell wünschen die mächtigen elbischen Wesen nur Frieden und Respekt von den Menschen ihnen (d.h. der Natur) gegenüber. Dies wird symbolisch durch kleine Opfergaben (z.B. ein Unterteller voll Haferbrei, Erntedankfest) ausgedrückt, denn der Mensch hat eigentlich nicht wirklich etwas, was er der Natur geben könnte. Aber er soll daran erinnert werden, dass er nur ein geduldeter Gast ist...
Das Symbol der Albe war ihr Fußabdruck, der Drudenfuß oder Alfenfuß, der als fünfzackiger Stern dargestellt wurde. Durch das Aufzeichnen dieses Pentagramms konnten die Schutzkräfte der Albe von den Menschen angerufen werden.

Hier geht's zur ausführlicheren Detailseite "Elf, Elb und Alb".

Feen

" die hütte ward zum schlosse / der teich zum silbersee / mein steckpferd zum rosse / die nachtigall zur fee "

Ursprung: Das Wort Fee oder Fei entstand aus Fatum (wie armee/army aus Armatum, und Nee aus Natum). Fatum bedeutet auf lateinisch Schicksal, denn Feen waren früher keltisch-romanisch Schicksalsgöttinen. Sie wissen über die Vergangenheit Bescheid, sie gestalten die Gegenwart und legen die Zukunft fest. Die Grundidee wurde vielleicht während der Kreuzzüge aus dem Orient importiert (dort gab es "Peri"), und dann in Europa weiterzählt und mit vorhandenen Sagen vermischt.

Eigenschaften: Es gibt gute und böse Feen. Eine Fee kann den Zauber einer anderen nicht rückgängig machen, sie kann nur mit einem neuen Zauber entgegenwirken (so geschehen bei der Todesverwünschung von Dornröschen, die von der letzten Fee nur in einen 100-jährigen Schlaf umgewandelt, aber nicht aufgehoben werden konnte). Sie offenbaren einem Menschen indirekt sein Schicksal, indem sie ihn einen Wunsch aussprechen lassen, so scheint es, als hätte er sich selbst in die Situation gewünscht.

Beispiele: Eine bekannte mächtige Fee war z.B. Morgan Le Fey. Zwischen Italien und Sizilien treten oft Luftspiegelungen auf, die zu Ehren der Schicksalsfee Morgana "Fata Morgana" getauft wurden. Die keltische Totenfee Mor-Rioghain (Morrigan) und die Fee Morgana der Artussage wurden vielleicht im Laufe der Zeit vermischt, denn die Schicksalsfeen vieler Kulturen treten ebenso in Dreiergruppen (z.B. als Mädchen, Mutter und Alte) auf: Bei den Römern die Parzen; bei den Griechen die Moiren; bei den Slawen die drei Zorya-Schwestern; und bei den Kelten besteht die dreigestaltige Totenfee Bean-sidhe (Banshee) aus Mor-Rioghain/Ana (die große Mutter), Macha (Landgöttin) und Badhbh (Kriegsrabengöttin)

Fairies: In Groß-Brittanien bezeichnet Fairy nicht nur die keltische Fee, sondern das Bild vermischte sich völlig mit der Vorstellung der angelsächsischen (germanischen) Elben/Elfen. Über Fairies gibt es bereits zahlreiche Webseiten, die sie näher erklären.

Die Disen

Ursprung: Das ungefähre germanische Äquivalent zu den Feen sind die Disen. Da die Disen von elbischen Wesen und Göttern abstammen, sind sie eigentlich Halbgöttinnen bzw. Halbelbinnen. Ihre göttliche Herkunft macht sie extrem mächtig, und ihre Verwandschaft zu den Elben lässt sie zugleich sehr zwiespältig handeln.

Nornen: Zu den Disen gehören die drei Nornen, die dreigestaltigen Schicksalsgöttinnen: Urdr (das schon gewordene), Verdandi (das jetzt werdende) und Skuld (das noch schuldige). Die Nornen gießen den Baum des Lebens (Yggdrasil) und spinnen das unänderbare Schicksal der Menschen, deren Lebensfaden sie bei einer bestimmten Länge abschneiden. Das Schicksal heisst Wyrd, es ist immer im 'Werden'. Man kann das Schicksal nicht bestechen, sondern muss es akzeptieren.

Walküren: Weitere Disen sind die Walküren, Halbgöttinnen, die (wie Banshees?) im Moment des gewaltsamen Todes auftauchen. Wal-Küre besteht aus den Worten für 'Krieg'+'wählen': Denn sie reisen auf fliegenden Pferden oder Schwänen als kriegerische Schildfrauen unter der Leitung des Windgottes (Wotan), und führen für ihn die vom Nornen-Schicksal auserkorenen gefallenen männlichen Kriegshelden nach Wallhall ('Krieg'+'Halle'), wo Wotan sie in Wütis Heer aufnimmt. Die Walküren in Wütis Heer rekrutieren sich aus den Seelen von gewaltsam gestorbenen Frauen.

Wütis Heer

Das Wütende Heer wird auch 'die Seeligen', 'das seelige Volk', Wütis Heer, Wuotis Heer, Guotins Heer ('gutes Heer'), Wuotins Heer, oder Wotans Heer genannt. Dieses Heer ist die Armee der toten Seelen, die als Sturm in Form einer Wilden Jagd vor allem zwischen dem 21. Dezember und 6. Januar herum auf bestimmten Pfaden für den Weltuntergang trainieren.

  1. Dem Zuge voran trampeln gejagte Wildschweine.
  2. Danach folgen kläffende Jagdhunde.
  3. Die Seelen folgen unter der Führung des einäugigen Wilden Jägers (Wotan) auf dem achtbeinigen Pferd. In der Schweiz wird er auch Türst genannt.
  4. Die Seelen im Heer sind alle unnatürlich zu Tode gekommen und tragen daher ein Symbol ihrer Todesart mit sich, z.B. Schwerter. Im Heer ziehen sowohl männliche als auch weibliche Seelen (Walküren) mit.

Sagen:

  • Wer die wilde Jagd respektlos anglotzt und die Warnung "Rächts uswäg, drei Schrett, oder au ned!!" nicht beachtet und nicht 3 Schritte zur Seite geht, wird über den Haufen gerannt.
  • Wer in den Fußspuren des Heeres läuft, geht irre (Irligspor).
  • Zu Kriegszeiten verkleideten sich die jungen Krieger mit Ruß und Masken als furchteinflößendes Seelen-Heer und stachelten sich gegenseitig zu einer Art Berserker- oder Amoklauf auf (Harier).
  • Im Winter musste man diesen Seelen ebenso Respekt zeigen wie den Elben, indem man ihnen eine Schale Haferbrei übrigließ; sie wurden nicht als Verdammte betrachtet, sondern als heldenhafte Ahnen. Im 16. Jahrhundert wurde in der Schweiz noch von geachteten Leuten gesagt, dass die Seeligen bei ihnen übernachten würden (liess man das nachts eingedrungene seelige Volk in Ruhe und liess es ungestört Küche und Herd benutzen, brachte das Segen über das Haus, und Lebensmittel und Feuerholz waren am nächsten Morgen unberührt).
  • Manchmal ging einer der Jadghunde verloren und wurde von Menschen aufgenommen; doch die Seelen rütteln dann in der nächsten Nacht so lange an der Tür, bis der Hund wieder mitkommt.
  • Nach der Christianisierung wurde der Türst in seiner Gestalt als einäugiger Jagdhund mit seinem Heer zu störend, so dass man versuchte, ihn durch Aufstellen von Kreuzen und Marienbildern von Dörfen fort zu leiten.
  • Zu Fasnacht verkleidet man sich bis heute als unheimliche rußgesichtige zottelige Gestalt (z.B. Butzemann/Bozen, Perchten, Sträggele, Türst, Seele) und zieht lärmend mit Peitschenknallen und Glockengeläut durch die Gassen.

Sagen vieler Gegenden berichten dabei auch von einer besonderen weiblichen Begleiterin Wotans.

  • Die Sträggele und der Türst: In der Gegend von Luzern kennt man z.B. die Geschichte der Sträggele.
    • Sie war ein unbändiges Edelfräulein, das sich nicht um Regeln oder Götter scherte (weder um den christlichen noch um heidnische) und sich rauh wie ein Mann verhielt. An einem Fastenfreitag im Winter ging sie frevelhafterweise sogar auf die Wildschweinjagd -- von der sie jedoch nie zurückkehrte. Ihre Seele wurde vom Wilden Heer mitgerissen... Deswegen sagt man in Luzern "Die Sträggele und der Türst kommen!", wenn man bei Schneesturm nicht raus will. :)
    • Der Geist der Sträggele hat einst ein ungezogenes Kind zerissen, dessen Mutter es aus Ungeduld verfluchte und sagte, die Sträggele solle es doch holen. In der Stadt Sempach gibt es noch heute eine kleine Kapelle an der Kreuzung außen vor dem Ochsentor, in der Symbole der zerfetzten Arme und Beine des entführten Kindes und sein Zopf liegen.
    • Zur Fastnachtszeit geschieht es beim ausgelassenen nächtlichen "Sträggelejagen", dass während des Fasnachtsumzugs eine Person mehr dabei ist als an Beginn und Ende -- aber man findet nie heraus, wer der überzählige ist.
  • Frau Holle: In der bekannten Frau Holle sind womöglich mehrere Figuren vermischt.
    • An Frau Holle fällt auf, dass auch sie auf typisch elbische Art das respektvolle Mädchen mit Gold belohnt, und das rücksichtslose mit Pech bestraft. Sie ist einerseits eine ordentliche Hausfrau mit Spinnrad, andererseits lebt sie versteckt in einem Brunnen und verursacht wilde Schneestürme.
    • Snorri nennt in der Edda eine zauberkräftige Frau namens Huldr, die von Elben, dem Huldrevolk, begleitet wird. Von ihr weiß man nur, dass sie die einst die Menschen wegen deren Undankbarkeit verlassen hat, und sich mit dem enttäuschten Huldrevolk zurückzog.
    • Es gibt die unterschiedlichsten Theorien, z.B. dass sie als Frau Holda die Reinkarnation der "holden" Göttin Frigga sei, die gut geführte Haushalte segnet; oder Frau Holle sei eine Erinnerung an die germanische Herrscherin der Unterwelt Hel, die die Menschen entsprechend ihrer Taten richtet.
  • Perchta/Berta
    • In slawischen und süddeutschen Sagen wird eine der Frau Holle sehr ähnliche Figur als die weibliche Begleiterin Wotans in Wütis Heer genannt, die "Wilde Bertha" oder "Perchta". Da man kaum etwas über sie weiß, wurden sogar schon Parallelen zur vanischen Erdgöttin Nerthus gezogen. *shrug*

Paracelsus und die Elementargeister

" alle ding sind gift und nichts ohne gift; allein die dosis macht, das ein ding kein gift ist. "
Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, war ein Alchemist und Astrologe. Er machte den Begriff Gnom bekannt, denn Paracelsus (keine Ahnung, was er eingeatmet hatte) glaubte an Elementargeister. Wobei jedoch seine genauen Definitionen unklar bleiben, denn er verwechselte während des Schreibens desöfteren seine eigenen "Fachbegriffe". Manchmal waren Sylvanen auch Luftgeister und Sylphen mal die Erdgeister, oder er zählte willkürlich die Riesen (Gigantes), den Umbrago (Schrat) und die Penaten (Himmelsgeister?) mit zu den Elementen dazu.

  • Luftgeist: der Sylphe oder Sylvester (lateinisch: der Lemur)
  • Feuergeist: der Salamander (lateinisch: der Vulcanus)
  • Erdgeister: der Gnom (lateinisch: der Pygmäe)
  • Wassergeist: die Nymphe (lateinisch: die Undine)

Alchemie: An seinem Sortiereifer und der Benutzung von lateinischen Namen erkennt man, dass es ihm dabei um die alchemistisch-wissenschaftlichen Aspekte der Elementargeister ging, nicht um märchenhafte Mythen, dennoch bezieht er sich auf alte, angeblich geheime Lehrbücher. Er betont, dass diese Elementargeister durch ihre Elemente hindurchgehen könnten, "wie Menschen durch das Chaos" [Er meint "durch die Leere " als Urprungsbedeutung von "Chaos ", vgl. "Tohu-wa-Bohu ", was "wüst und leer" heißt, und nicht etwa "Durcheinander von Materie" wie heute.]

" Über Dichter: ein schöner geist ist würdig, nur von geistern / bedient zu seyn -- ein gnom putzt ihm die schuh / ein sylphe braut ihm tee, und amoretten kleistern / die spalten seiner fenster zu "
Gnom: Paracelsus erklärte, dass der von ihm gemeinte Gnom dem altbekannten Wichtel, Zwerg oder Schrat entspricht, der ein kleiner Bergarbeiter ist. Da er diese Definition (ebenso wie die der Salamander) als einzige halbwegs stimmig verwendete, hat man sie (im Gegensatz zu den Sylvanen etc.) heute noch eher in Erinnerung. Woher das deutsche Wort Gnom stammt, ist jedoch nicht sicher, vielleicht vom griechischen Genomos, Erdbewohner, oder von Gnomé, der Wissende.

Salamander: Die Idee des Salamanders als Feuergeist stammt ziemlich sicher daher, dass Lurche im Feuerholzstapel schliefen und bei der Entzündung des Feuers erschreckt flüchteten, also scheinbar durch das Feuer "entstanden".

Nymphe: Die Bezeichnung Nymphe verbreitete sich wohl aus dem romanisch/griechischen Raum bis nach Nordeuropa, wo es schon ähnliche Wesen mit anderen Namen gab. Die Nymphe ist ein weiblicher Naturgeist, der oft in Flüssen zu finden ist (Najade), aber eigentlich auch unter anderen Namen im Meer, in Wäldern, und in Höhlen (dort machen sie z.B. Echos).

Golem

Ursprung: Der erste Golem wurde in Prag vom Rabbi Löw erfunden. Er formte ihn nach einer Inspiration Gottes aus Lehm und erweckte ihn durch Rituale und einen geheimen Namen zum Leben, indem er diesen auf einen Zettel schrieb und unter die Zunge des Golems legte. [Golem: "Bitte Bootdiskette einlegen!"] ;-) Der Golem half als treuer Diener und Beschützer im jüdischen Viertel Josefov, und jeden Sabat wurde er nach der ordentlichen Entfernung des Zettels zur Ruhe "in den Schrank gestellt".

Aussehen: Der Golem wird typischerweise als ungefähre menschliche Form dargestellt, mit einem Riss quer durch den Körper, der durch eine Art Pflaster aus Metall repariert wird. [golem.jpg]

Sagen: Es gibt verschiedene Versionen, wie es weiterging: Nach der einen vergaß der Rabbi, den Zettel rechtzeitig zu entfernen, nach einer anderen weichte dieser durch das Moldauwasser ein, das der Golem schleppen sollte. Was auch immer, auf jeden Fall verwischte die Schrift mit dem lebensgebenden Geheimnamen, und der Golem wurde wahnsinnig. Er lief Amok und rannte das halbe jüdische Viertel über den Haufen, bevor ihn der Rabbi bremsen und deaktivieren konnte. Die dritte Version besagt, dass der Golem half, einen Kriminalfall zu lösen, indem er jemanden ertappte, der ein totes Kind in einer Synagoge ablegen wollte, um den Juden die Schuld zu geben. Danach wurde er nicht mehr gebraucht. Auf jeden Fall wollte Löw irgendwann diese Macht nicht mehr nutzen, und er brachte den Golem auf den Dachboden der Altneuen-Synagoge, wo er ungenutzt langsam zu Staub zerfiel.

Realität: Die Synagoge heißt echt so, ich war schon mal da, die Uhr dort geht "rückwärts" und hat hebräische Buchstaben statt Zahlen, aber ich habe den Dachboden leider nicht besuchen dürfen. ;-) Das Grab von Rabbi Löw kann man jedoch auf dem jüdischen Friedhof sehen. Allerdings entstand die Golemgeschichte anscheinend erst nach seinem Tod...

Golems heute: In modernen Fantasy-Geschichten werden generell zum Leben erweckte Elemente, die unter der Kontrolle eines Helden stehen, als Golem bezeichnet. Inzwischen gibt es nun alles von Feuer-, Wasser-, Luft-, Erd-, Stein-, über Gold-, zu Eisengolems. Als nächstes ist ein Schokoladengolem in Arbeit.

Trolle

Ursprung: Trolle werden entweder als sehr klein oder sehr groß beschrieben, also sind sie offenbar weder eindeutig Elbe noch Riesen. "Trollsk" bedeutet auf Schwedisch "verzaubert", (vergleiche "Trollkarl", Zauberer, und "Trollkvinna", Zauberin). Ein Troll ist ein Zauberkräftiger Naturgeist, der im Wald und in Gebirgen in Burgen lebte. Er hat somit sowohl starke Ähnlichkeiten als auch große Unterschiede verglichen mit Elben und Riesen, und es ist mir nicht klar, wozu genau er gehört, oder ob er eine eigene Klasse ist -- oder gar der Überbegriff für Riesen+Elben.

Aussehen: Die meisten Trolle sehen aus wie alte Männlein und werden als zottelig grau, langnasig, wild, krum und häßlich dargestellt. Allerdings haben sie intelligente freche Augen, wenn sie auch durch ihre Plumpheit insgesamt dümmlich wirken. Trolle haben jeweils nur vier Finger / Zehen, und können mehrere Schwänze und bis zu drei Köpfe haben, wodurch sie sich stark von den Elben unterscheiden. Weibliche Trolle, die Trollkonor (Einzahl Trollkona), sind gewitzter und hübscher als die männlichen, was sie den Riesen ähnlich werden lässt.

Verhalten: Wenn sie Menschen schaden, ist dies nicht zwangsweise Schadenfreude oder eine Strafe, sondern oft Gleichgültigkeit gepaart mit Ungeschick ("Hups, sorry, bin über den Staudamm gestolpert..."). Ihre Interessen liegen völlig woanders, nämlich in der Flora und Fauna. Sie malen Herbstblätter bunt an, basteln Schneeflocken als Schmuckstücke, oder sammeln Nüsse und Körner, um Vögel und Eichhörchen zu füttern.

Eigenschaften:

  • Eine bekannte Eigenschaft, die sie sehr von Elben unterscheidet, ist ihre Sonnenlichtempfindlichkeit. Sagen berichten von Reihen hochkant stehender Felsblöcke, dass dies eine flüchtende Gruppe Trolle gewesen sei, die im Sonnenlicht versteinert ist. An der Nordgrenze zwischen Norwegen und Schweden habe ich so eine Stelle schon einmal selbst in einem flachen Tal gesehen (gut, die Felsen hätten auch durch einen Gletscher dahin kommen können, aber sie sahen aus wie flüchtende Trolle!).
  • Trolle scheinen sogar innerlich aus Fels zu bestehen, denn eine andere Sage berichtet, dass sie nach einem Sturz aus großer Höhe "wie Felsen zerbrechen".
  • Ein weiteres Charakteristikum ist ihre Leidenschaft für Gold, was sich auch in ihrer Vorliebe für goldblonde Menschenfrauen wiederfindet, die sie in ihren Burgen "sammeln", wobei sie manchmal im Austausch ein Wechselbalg hinterlassen -- Hier hätten sie also etwas mit Alben und Zwergen gemeinsam.
  • Um an Gold zu kommen, arbeiten sie jedoch im krassen Unterschied zu den fleissigen Zwergen ungern. Trolle pumpen faul Wanderer an, indem sie sich im Schatten unter Brücken verstecken, und den passierenden Menschen dann durch Drohungen Zoll abverlangen.
  • Manche Trolle arbeiteten bewusst mit Menschen zusammen, sie zauberten oder wahrsagten für sie. Z.B. halfen sie oft beim Bau von Kirchen -- natürlich gegen einen teuflischen Preis, um den sich der christliche Held herumschummeln muss.
  • Als Zauberwesen können Trolle ihre Gestalt ändern.

Alraun

Ursprung: Ein Alraun ist die Wurzel des Nachtschattengewächses Mandragora officinarum, der früher magische Kräfte zugesprochen wurden. Der Name bedeutet Alb-Rune, also Elfengeheimnis. Wegen ihre angeblich glücksbringenden und haluzinogenen Eigenschaften wurde sie teuer gehandelt -- und war es sogar wert, durch Schöllkraut gefälscht zu werden, denn die Herstellung einer "echt magischen" Wurzel war wohl auf die Dauer zu umständlich, da man glaubte, dass sie nur aus dem Sperma eines Gehenkten entsteht (ist das Alraun dann ein "Galgenmännchen"?).

Alraun-Delberin ist eine Frau, die professionell Alraune findet und handelt. Die Wurzel hat eine seltsame, menschenähnliche Form (siehe Bild), und angeblich werden Menschen wahnsinnig, wenn sie versuchen, sie einfach aus dem Boden zu reissen, weil sie dann um Hilfe schreit. Deswegen greift die Delberin auf den Trick zurück, die entdeckte Wurzel mit einem Seil an einen schwarzen Hund anzubinden und sich die Ohren zu verstopfen, so dass der Hund die schreiende Wurzel beim Weglaufen herauszieht (und vor Schreck stirbt).
" alrun ich rufe dich an / das du meinen harten man / dringest darzu / das er mir kein leides nicht thu! "

Brauchtum: Die Wurzel kleidete man in Seide, und legte sie in einem Kästchen auf den Hausaltar ("Kastenteufel"?). Man gab ihr kleine Gaben wie Essen und Trinken, in der Hoffnung, dass in ihr ein glücksbringender Schrat sei, der Geld, Frieden, und Eheglück bringt und die Zukunft vorhersagt. Ein im Alraun hausender Schrat wird nämlich nachts ein hingelegtes Geldstück verdoppeln, aber man darf ihn nicht überfordern. Die Wurzel geht durch Erbe an den jüngsten Sohn.

Riesen

Eigenschaften: Riesen sind der Gegenpol zu den kleinen zierlichen elbischen Wesen, deren Macht auf einen kleinen Aspekt (einen Baum, eine Blume, etc) beschränkt ist. Die Riesen hingegen haben riesengroße Machtbereiche, Feuer, Stein, Wasser oder Eis, und können so nicht nur Vulkanausbrüche, Erdbeben, Flutwellen oder Schneestürme auslösen, sondern sogar ganze Welten neu erschaffen. Daher geraten die Riesen auch nach der Erschaffung der Welt in Konflikt mit den Göttern (Asen), die diese chaotischen Urkräfte bändigen und fast ganz besiegen, um die Kontrolle über die Welt zu erlangen. Riesinnen sind so schön, dass die Asen sich Hals über Kopf in sie verlieben, nicht gerade zur Begeisterung der männlichen Riesen. Wütende Riesen sind sehr aggressiv und zerstörerisch; sind sie aber friedlich gestimmt, sind sie weise Ratgeber.

Weltuntergang: Die Götter haben nun scheinbar die Herrschaft übernommen, aber die überlebenden Riesen sind immer noch in den hintersten Ecken der Welt versteckt, in Utgard. Dort, im Äußeren Garten, der um den Inneren Garten der Menschen (Midgard) herum liegt, sammeln sie ihre Kräfte und warten auf den Rückschlag gegen die Götter. Dieser lange Kampf (Ragnarök) wird laut Prophezeihung unentschieden mit dem Tod aller Beteiligten ausgehen. Doch zum Zeitpunkt dieser Erkenntnis wird bereits alles --vor allem die Welt der Menschen, Midgard, die hilflos zwischen die Fronten gerät-- zerstört sein. Ein neuer Zyklus beginnt (?).

Kontrolle versus Chaos: Die Götter wollen die Welt mit strengen Regeln und "Sicherheitskonzepten" nach ihren Vorstellungen führen, auch wenn die geforderte Unterwürfigkeit der Menschen deren Freiheit einschränkt. Die Urriesen hingegen stehen für völlige Freiheit und somit auch für völlige Unsicherheit, denn nur die Stärksten überleben in ihrer verantwortungs- und rücksichtslosen Welt. Beide Extreme sind nicht ideal, deswegen findet ein ewiger Kampf stand.

Das Motiv von Chaos versus Ordnung erscheint gerne in Sagen und Fantasy-Geschichten, allen voran Herr der Ringe, wo Gandalf(!), die Zwerge und die Elben auf den Weiden der Menschen gegen die wilden Chaoten aus Mordor kämpfen.
Ganz klar scheint die Idee auch auch in der Science-Fiction-Serie Babylon 5 durch: Die mit Urmächten ausgestatteten und schon lange besiegt geglaubten Schatten rappeln sich wieder auf, um gegen die Vorlonen zu kämpfen, die sich vor den Menschen und anderen Wesen als Götter aufspielen. Die Menschen und ihre außerirdischen Aliierten (die elbisch zwiespältig charakterisiert sind) geraten zwischen die Fronten, und kämpfen ums Überleben.

Beispiele für Riesen: Die Jöten und Thursen in Utgard, der Oger (irischer menschenfressender Riese), Loki und seine Kinder Jormungandr, Hel und Fenris, u.v.m.

Drachen

Bedeutung in Asien: Drachen haben in Asien eine andere Bedeutung, dort gilt der Drache als mächtig, königlich, weise und sehr positiv; allerdings gibt es auch ein paar unbändige Drachen mit der selben Bedeutung wie der europäischen.

Bedeutung in Europa: Hier sind sie ein negatives Symbol für das unkontrollierbare angsteinflößende Zerstörerische der Natur (und später auch des Teufels). Das Konzept des Drachens wurde vielleicht auch durch die Beobachtung von Naturkatastrophen (Vulkanausbrüche, Erdbeben, Wirbelstürme) beeinflusst, als deren Ursache man sich ein böses feuerspeiendes Wesen vorstellte, das aus seiner Erdhöhle hervorbricht und dann rauschend davonfliegt. Von bösen Menschen wird behauptet, sie würden sich vor dem Kampf in einen Drachen verwandeln. Von manchen Drachen heißt es, sie halten die Welt zusammen, und es ist ihre Schuld, wenn diese eines Tages auseinanderbrechen wird.

Eigenschaften: Drachen haben als Gemeinsamkeit ihre riesige schlangenhafte Gestalt, Zacken auf dem Rücken und Adlerkrallen. Ansonsten gab es Drachen mit und ohne Beine, mit und ohne Gift, mit und ohne Feuer, mit und ohne Flügel, und mit einer wechselnden Anzahl Köpfe und Schwänze. Zum Teil werden Drachen (weil es dem Betrachter an Vokabular mangelte?) als mit anderen unbändig starken Tieren vermischt beschrieben, wie Löwe, Adler oder Krokodil -- man erkennt auch Parallelen zu Dinosauriern. Drachenblut kann je nach Quelle den Helden die Vogelsprache (Seelen der Toten?) verstehen lassen, oder ihn unverwundbar machen. Drachen hüten oft sehnlichst gesuchte Schätze oder Prinzessinnen und sind in Mythen somit ganz allgemein ein "anspruchsvolles Hindernis auf dem Weg zum Erfolg".

Drachentöter: In mehreren europäischen Sagen gibt es die Figur des Drachentöters, der nur an einer Stelle verwundbar ist, und der eine Jungfrau rettet, die dem Drachen wegen irgendeines teuflischen Paktes geopfert werden muss. Diese Idee entstand vielleicht zu einer Zeit, als die Menschen glaubten, sich der Urmacht der Natur langsam aber sicher erwehren zu können. Die Drachen wurden sozusagen aus den Siedlungen und Städten vertrieben und in Wälder und Berge zurückgedrängt, wo sie noch schlummern. In diesem Punkt sind sie den Riesen nicht unähnlich. Vielleicht taucht das alte Motiv ja nach der Zähmung der Wälder in der Gegenwart in der Form von bedrohlichen außerirdischen UFOs aus dem (noch unbezwungenen) Weltall wieder auf? :-) Beispiele:

  • Chinesisch: Long (gütiger Drache), Naga (gefährlicher Drache). Eine Chymäre mit Büffelkopf, Schlangenkörper, Adlerbeinen, Löwenmähne und Hirschgeweih.
  • Germanisch: Lindwurm Fafnir versus Siegfried/Sigurd. Ein Schlangenkörper ohne Flügel mit zwei Armen und nur sehr kleinen Beinen. Lindwürmer sind sehr aggressiv und gefährlich.
  • Altes Testament: Am Anfang vertreibt eine Schlange Adam und Eva aus dem Paradies. Die siebenköpfige 'Krokodil-Meerschlange' Leviathan und das böse Tier Behemoth verursachen das Ende der Welt.
  • Christlich: Georg der Drachentöter besiegt den Teufel in Drachengestalt.
  • Griechisch: Herakles versus die vielköpfige Hydra-Schlange.
  • Nordisch: Thor kämpft am Ende der Welt (Ragnarök) gegen die giftige Midgardschlange Jormungandr
  • u.v.m...

Quellen:

  • Ein Mythos ist die Bezeichnung für eine lyrisch-erzählerische Erklärung der unerklärbaren Aspekte der Welt, die phantastische Schöpfung durch antropomorphe Götter, im expliziten Kontrast zur rationalen "wissenschaftlichen" Erklärung.
  • Eine Sage ist eine mündlich überlieferte, übernatürlich verfremdete und pseudohistorische Geschichtsschreibung, die unter genauer Nennung von angeblichen Orten und Namen eine Abstammung von Helden oder Gründe für Naturereignisse beschreibt.
  • Zumindest im Deutschen bezeichnet Legende eine populäre, nicht historische Erklärung von religiösen Bräuchen und Heiligenbiographien, die wie der lateinische Name schon andeutet im Gegensatz zu "Sagen" von gebildeten Mönchen schriftlich überliefert wurde.
  • Märchen sind (meist mündlich aber auch schriftlich überlieferte) "kleine Berichte" (Mär=Nachricht,Gerücht) ohne jeglichen Realitätsanspruch, die übernatürliche Fähigkeiten als gegeben voraussetzen und in dieser irrealen und idealisierten Traumwelt (Märchenwelt) auf leicht verständliche und moralisierende Art unterhalten wollen. (Eine Fabel ist ein spezielles künstliches Märchen, in dem antropomorphe Tiere prototypische Rollen von Menschen annehmen, nur mit dem Zweck, kurz und prägnant eine explizite Moral rüberzubringen.)
  • Die Urban Legends sind moderne Ammenmärchen, die die würdige(?) Nachfolge der alten Märchen antreten; genau wie die früheren Ammenmärchen bekommt man sie aus vertrauenswürdiger Quelle (z.B. von der Babysitterin?) ;-) und sie werden mündlich und auch schriftlich (per eMail als Hoax/Zeitunsgente) zur moralischen Erbauung ("Ätsch, geschieht ihm recht") weiterverbreitet.
  • http://germa63.uni-trier.de:8080/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GA00001
  • http://www.asatru.ch/
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Mythologie
  • http://www.bartleby.com/81/12390.html
  • http://www.pantheon.org/
  • http://www.irelandseye.com/animation/explorer/leprechaun.html
  • http://www.troll-page.de/t_geschi.htm
  • http://www.magieheim.at/elfenkristall/Elfen/
  • http://faerie.monstrous.com/
  • http://www.kafkaesk.de/inhalt_golemsage.shtml
  • http://www.sagen.at
  • http://www.nibelungenlied-gesellschaft.de/vortraege/eichfelder/eichf_fs1.html
  • http://www.geocities.com/odinicde/gods/alben.html
  • http://mythology.wikiverse.org/
  • http://www.vuotisheer.ch/sagen_text.htm
  • http://www.sungaya.de/schwarz
 
   
2008.08.26

http://www.ruthless.zathras.de/