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Luzidität

Vorbereitung auf das Klarträumen

1. Traumtagebuch führen

Gute Traumerinnerung (ca. ab 4 Träume pro Woche) ist eine nötige Vorbedingung fürs Klarträumen; eine schwache Erinnerungsfähigkeit verbessert sich durch tägliches Aufschreiben. Ein Traumtagebuch ist ein Notizbuch, in dem Klarträumer ihre Träume nach dem Aufwachen regelmäßig aufschreiben, um ihre Traumerinnerung zu verbessern und um ihre Traumzeichen zu erkennen; ein Diktiergerät oder Laptop+Textverarbeitungsprogramm ist natürlich auch okay.

Anwendung: Das Traumtagebuch, ein Stift, und eine nicht allzu helle Lampe sollten immer griffbereit neben dem Bett liegen. Direkt nach dem Aufwachen bleibt man kurz unbewegt liegen und macht Brainstorming, um sich an so viel wie möglich zu erinnern; man merkt sich erst Stichworte, und formuliert sie dann so detailliert aus, wie es geht.

2. Traumzeichen identifizieren

Ein Traumzeichen ist ein im Traum immer wiederkehrendes Motiv, an dem der Träumer erkennen kann, dass er träumt. Der Plan ist, dass man sich der Traumzeichen bewusst ist und irgendwann mal eines im Traum wiedererkennt. Typische Beispiele für Traumzeichen sind:

  • Unmögliche Situationen (Albtraum, fliegen können, sechs Finger haben, ...)
  • Besondere Personen oder Tiere (sprechende Tote, Traumtier, Traumlehrer, ...)
  • Bestimmte Orte (alte Grundschule, Elternhaus, phantastische Stadt, Gänge und Türen...).

Anwendung: Traumzeichen sind individuell verschieden; man erfährt seine eigenen Traumzeichen, indem man über einen längeren Zeitraum Traumtagebuch führt und es dann auf auffällige wiederkehrende Motive hin untersucht. Man notiert zwischen 5-10 Traumzeichen auf einer Extraseite in seinem Traumtagebuch und lernt sie auswendig.

Vorteil: Wenn man eindeutige Traumzeichen hat (wie z.B. Flugfähigkeit, sprechender Toter, sechs Finger), kann man sich bei deren Eintreten zu 100% sicher sein, dass man träumt.

Nachteil: Man wartet passiv, dass der Traum sich zu erkennen gibt. Träume, in denen zufällig keine Traumzeichen vorkommen, werden nicht erkannt.

3. Realtitätstests

Bei einem Realitätstest fragt man sich im Wachen regelmäßig, ob man träumt. Nicht fragen, ob man wach ist, diese Frage beantwortet man immer mit ja! Der Plan ist, dass man diese Tests so verinnerlicht, dass man sie irgendwann auch mal im Traum anwendet.

Beispiele: Man testet...

  • ob man durch die zugehaltenen Nase einatmen kann;
  • ob sich Uhren, Texte oder Digitalanzeigen(!) beim wiederholten Lesen verändern oder unsinnig werden;
  • ob das Licht nicht aus- und gleich wieder angeschaltet werden kann;
  • ob man willentlich Farbe, Position oder Form von Gegenständen verändern kann.
  • ob sich der eigene Körper oder das Spiegelbild verändert, oder ob man mehr oder weniger als 5 Finger hat;
  • ob man nach einem kleinen Hüpfer schwebt oder nur langsam landet.

Vorteil: Man beweist sich aktiv, dass man träumt, und kann so fast jeden Traum "knacken", auch welche, die keine Traumzeichen enthalten.

Nachteil: Nur erfolgreiche Realitätstests können zeigen, dass man träumt -- d.h. fehlgeschlagene Realitätstests beweisen nicht, dass man wach ist! Es kann vorkommen, dass mehrere Tests fehlschlagen, wenn der Traum besonders realistisch ist, und man irgendwann aufgibt und irrtümlich annimmt, man sei wach.

4. Luzider Alltag (Lucid Living)

Lucid Living heißt, im alltäglichen Wachleben eine kritische Denkhaltung und wache Wahrnehmung zu trainieren. Weiß ich, wie ich an den aktuellen Aufenthaltsort gekommen bin? Warum tue ich das, was ich gerade tue? Und was habe ich davor getan? Kann man sich nicht daran erinnern oder ist die Erklärung unstimmig, träumt man. Lucid Living erhöht in Kombination mit einer anderen Technik die Wahrscheinlichkeit, nachts Klarträume zu haben, wenn sich diese kritische Denkhaltung im Traum fortsetzt.

Anwendung:

  1. (z.B. Realitätstest machen oder Umgebung nach Traumzeichen absuchen)
  2. kritisches Überprüfen der unmittelbar erlebten Vergangenheit -- gibt es Gedächtnislücken, Unstimmigkeiten?
  3. Denk Dir etwas aus, was Du jetzt machen würdest, wenn dies ein Klartraum wäre.

Diese 3 Punkte sollte man regelmäßig abklappern, d.h. dass man diese Technik am besten mit häufigen Alltagsaktivitäten verbindet: z.B. immer beim durch die Tür gehen, jedesmal wenn man einem Fremden begegnet, am Anfang und Ende von Unterhaltungen, jedesmal wenn man ein Gerät einschaltet, oder immer wenn man auf die Uhr schaut.




Methoden, um Klarträume auszulösen

Okay, genug das Bewusstsein und die Erinnerung trainiert, Du willst loslegen? Probiere verschiedene Methoden und wähle die, die Dir am besten liegt.

Power-Napping
alias
WBTB = Wake&Back-To-Bed
Eine anspruchsvolle aber sehr erfolgsversprechende Methode für Anfänger und Fortgeschrittene. Die besten Zeiten sind der Mittagsschlaf und der Morgen. Anwendung der Methode:
  • Lass Dich am Ende der vorletzten Schlaf-Phase (meist nach 4,5 oder 6 Stunden Nachtschlaf) verfrüht vom Wecker wecken; Du solltest müde genug sein, um schnell wieder einschlafen zu können.
  • Nun aufstehen und etwas ruhiges unternehmen, was Dich 30 min lang wach hält. Z.B. ein Buch über Luzide Träume lesen, Realitätstests machen, etwas Leichtes essen, Musikhören, o.ä.;
  • Nach ca. 30 min wieder ins Bett gehen und beim Einschlafen eine der folgenden Techniken anwenden.
DILD = Dream-Initiated Lucid DreamEine Technik, bei der Klarträume aus normalen Träumen heraus entstehen. Man trainiert vorher regelmäßig seine kritische Wahrnehmung im Wachen durch Realitätstests oder Suche nach Traumzeichen, solange bis man die Tests aus Gewohnheit auch im Traum ausführt, wodurch ein Klartraum ausgelöst wird. Für Anfänger geeignet.
MILD = Mnemonic Induction of Lucid DreamsEine Technik, Klarträume durch verbale Auto-Suggestionen auszulösen. Man konzentriert sich beim Einschlafen in einer Endlosschleife immer wieder auf seinen Vorsatz, einen Klartraum zu haben. Dazu wiederholt man in der ersten Phase im Geiste Sätze wie "Ich erinnere mich nach dem Aufwachen an meine Träume". Klappt die Traumerinnerung schon, suggeriert man sich in der zweiten Phase "Nächstes Mal, wenn ich träume, weiß ich, dass ich träume". Auch zählen ist möglich: "1 - ich träume! - 2 - ich träume! - 3 - ich träume! ... " Für Anfänger geeignet.
VILD = Visual Induction of Lucid DreamEine Technik, Klarträume durch visuelle Auto-Suggestionen auszulösen. Man stellt sich beim Einschlafen in einer Endlosschleife immer wieder die selbe kurze traumtypische Situation vor. Jeder Durchlauf endet mit der Vorstellung, wie man die Situation als Traum erkennt (z.B. durch ein Traumzeichen oder Realitätstests), und was man als nächstes unternehmen will, sobald man den luziden Traum hat. Irgendwann schläft man darüber ein und der Schleifendurchlauf wird ein Klartraum. Für Anfänger geeignet, v.a. bei wiederkehrenden Träumen als Grundmotiv.




Klarträume stabilisieren

Es gibt nichts Nervigeres, als nach langem Training endlich einen Klartraum zu erlangen und dann die Luzidität sofort wieder zu verlieren, sei es aus Überraschung oder Aufregung.

Planung

Auf jeden Fall solltest Du Dich vorbereiten, damit Du nicht bei Deinem ersten Klartraum in Hektik verfällst; geh daher nie ins Bett ohne eine genaue Idee, wie Du Deinen nächsten Klartraum nutzen möchtest, falls Du einen haben wirst.

Stabilisierung

Desweiteren solltest Du folgende Stabilisierungstechniken kennen und anwenden.

  1. Cool bleiben! Adrenalin weckt dich auf.
  2. Sage Dir "Mehr Klarheit!", "Ich bin klar!", oder "Alles wird klarer!"
  3. Sage Dir "Ich erinnere mich nach dem Aufwachen an diesen Traum!"
  4. Umgebung betrachten:
    1. Betrachte Deine Hände und Deinen Traumkörper, wie er auf dem Boden steht. Reibe die Hände spürbar gegeneinander. Sage Dir "Dies ist ein Traum" und sieh wieder nach vorne.
    2. Sieh dich weitläufig um und beschreibe deine Umgebung kurz mit Worten; schau auch nach oben und nach unten.
    3. Vermeide es, etwas intensiv anzustarren (wie z.B. Texte beim Lesen) oder verbohrt die selben Handlungen zu wiederholen, das schwächt die Klarheit.
  5. Kreiseln (Spinning): Befürchtest Du, der Traum entgleitet Dir, dreh Dich wie ein Kreisel um Dich selbst, und wiederhole dabei immer "Das nächste, was ich sehe, ist ein Traum". Lass Dich dabei nicht von einem Ortswechsel oder einem Falschem Erwachen reinlegen, das darauf folgt.

Allgemeines zu Affirmationen und Autosuggestion

Denk daran, dass Du den Klartraum beeinflusst mit dem, was Du denkst oder aussprichst. Mit der Einstellung "Ich stürze eh gleich ab" oder "Da versteckt sich sicher ein Monster, das mich frisst" kommst Du im Traum auf keinen grünen Zweig, eher löst Du aus, dass genau das befürchtete auch passiert.

Denke nicht in vagen verneinten Sätzen wie "Ich habe keine Angst, das Monster frisst mich nicht". Ja, was soll das Monster denn Deiner Meinung nach nun stattdessen tun, spontan mit brennenden Hamstern jonglieren?? Das bliebe beim verneinten Satz völlig offen. Nein, Du willst, dass es sich z.B. freundlich verhält. Es ist Dein Traum, Du musst schon sagen, was Du willst, wenn Du etwas anderes willst.

Um etwas im Klartraum zu ändern, sprich es ruhig als positiven Aussagesatz oder Befehl in der Gegenwartsform aus:

  • Wenn Du eingesperrt bist, sag Dir "In meiner Hosentasche ist der Schlüssel";
  • Wenn Du nicht alleine sein willst, sag Dir "Hinter dieser Tür treffe ich meine Freunde";
  • Wenn Dich ein Hund anknurrt, sag Dir: "Dieser Hund ist freundlich";
  • Wenn Du Dich nicht bewegen bzw. nicht sehen kannst, sag Dir "Ich schwebe dorthin" bzw. "Ich sehe klar und deutlich".

usw... Stell Dir dabei vor, wie eben dies geschieht. Es hilft zur Stabiliserung zudem

  • sich selbst beim Namen zu nennen ("ich, Karl-Otto, schwimme wie ein Fisch durchs Wasser");
  • Angst explizit durch positive Gefühle zu ersetzen ("ich fühle mich wunderbar und lache, weil ich stärker bin");
  • Metaphern zu benutzen ("ich bin ein Vogel" statt "ich fliege").




Klarträumen für Fortgeschrittene

WILD = Wake-Initiated Lucid DreamEin Technik, z.B. durch Entspannungstechniken willentlich vom Wachzustand in einen Klartraum überzugehen. Dabei konzentriert man sich z.B. auf hypnagoge Bilder, die man vor dem inneren Auge sieht und "steigt ein". Für Fortgeschrittene.
LILD = Lucid-Dream-Initiated Lucid Dream

Eine autosuggestive Technik, vorhandene Klarträume zu nutzen, um seine Klartraumhäufigkeit zu erhöhen.

Beispiele: Man fordert eine Traumfigur auf, einen im nächsten unluziden Traum daran zu erinnern, dass man luzide werden will; oder man befiehlt dem Klartraum, dass im nächsten unluziden Traum Schilder mit der Aufschrift "träumst Du?" aufgestellt sein sollen. Für Fortgeschrittene.

Spontaner KlartraumKlarträumen ohne Anwendung einer bestimmten Technik. Häufig bei Kindern und sehr erfahrenen Klarträumern; manchmal auch einmalig bei Leuten, die gerade zum ersten Mal von Klarträumen gehört haben.




Klappt nicht?

Mögliche Gründe für Startschwierigkeiten könnten sein:

  • Mangelnde Geduld -- erste Ergebnisse erzielt man je nach Individuum nach Wochen oder Monaten.
  • Zu verbissen -- es funktioniert nicht, wenn man sich unter Druck setzt.
  • Fehlt vielleicht noch eine der Vorbedingungen, wie z.B. gute Traumerinnerung, Konzentrationsfähigkeit, Selbstvertrauen, Offenheit für Neues...?
 
   
2008.08.26

http://www.ruthless.zathras.de/