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Luzidität

Was ist Luzidität?

Wach
Körper wach
Verstand wach
Klartraum
Körper schläft
Verstand wach
Tagtraum
Körper wach
Verstand träumt
Schlaf, Traum
Körper schläft
Verstand träumt

Wenn man sich während des Traums klar bewusst ist, dass man träumt, hat man einen luziden Traum. Andere Namen dafür sind Klartraum oder Wachtraum.

Die ganze Sache ist natürlich nur relevant für Leute, die sich an ihre Träume erinnern. :-) Meine (laienhafte) Vorstellung ist, dass der Klartraum das fehlende vierte Feld in einem Traum-Tagtraum-Wach-Viereck ist.

Erkennungsmerkmale

Klarträume können realistisch, unreal oder überrealistisch (idealistisch) sein. Wenn man während eines Traums merkt, dass man träumt, nicht aufwacht, und dabei die folgenden drei Eigenschaften noch besitzt, handelt es sich sicher um einen Klartraum:

  • Erinnerung (ans Wachleben)
  • kritisches Denken
  • Kontrolle (über sich selbst oder sogar über den Traum)

Wie stark die drei Eigenschaften ausgeprägt sind, kann von Person zu Person und von Traum zu Traum sehr stark variieren; es kann auch eine stark und gleichzeitig eine andere schwach ausgeprägt sein. Wenn alle drei niedrig sind, ist es ein normaler Traum.

Luzidität:niedrigmittelhoch
Erinnerung: • Der Träumende kann sich nicht erklären, wie er in die irreale Traumwelt hineingeraten ist.
• Der Träumende kann sich nicht an einfache Dinge wie den eigenen Namen, Datum, oder Pläne erinnern.
• Alltägliche Daten, seine Vergangenheit und Zukunftspläne fallen dem Träumenden nur noch bruchstückhaft ein.
• Der Träumende ahnt, dass er eigentlich im Bett liegt.
• Der Träumende kann sich an alle Dinge wie seinen Namen, das aktuelle Datum und seinen Aufenthaltsort (Adresse) normal erinnern.
• Der Träumende erinnert sich daran, dass er ins Bett gegangen ist, und was er sich für morgen vorgenommen hat, etc.
Kritisches Denken: • Der Träumende nimmt die seltsamsten Ereignisse völlig unkritisch hin (sprechende Tote, fliegende Menschen, Verwandlungen, Phantasiewesen, Ortswechsel, ...).
• Dem Träumenden fällt es nicht auf, wenn er Daten wie den eigenen Namen vergessen hat, oder er sich an Orten der Vergangenheit aufhält (alte Grundschule, etc).
• Der Träumende erkennt die Unmöglichkeit mancher Traumereignisse, aber er lässt sich leicht ablenken.
• Es fällt dem Träumenden nicht immer auf, wenn er etwas Alltägliches (den eigenen Namen) vergessen hat.
• Der Träumende reagiert auf Traumereignisse wie im bewussten Wachleben ("das kann unmöglich echt sein") und erkennt, dass keine körperliche Gefahr vom Traum ausgehen kann.
• Es fällt dem Träumenden sofort auf, wenn er etwas nicht mehr weiß, was er normalerweise weiß.
Kontrolle: Der Träumende wird von der Traumhandlung mitgerissen und hat keine Möglichkeit einzugreifen. Der Träumende kann Entscheidungen treffen und auf die Situation reagieren. Der Träumende kann (wenn er will) aktiv in den Traum eingreifen: Transformationen und Situationsänderung, kompletter Handlungs- oder Ortswechsel, Einfügen oder Entfernen von Traumfiguren und Gegenständen, usw.

Warum klarträumen?

Jeder Oneironaut (so nennt man Klarträumer) hat eigene Gründe, warum er sich mit diesem Hobby befasst. Es gibt natürlich auch Oneironauten, die klarträumen, weil sie nicht anders träumen können, und es gibt ebenso Menschen, die wollen, es aber nicht schaffen.

Gibt es Nachteile? In der westlichen Welt wird das Klarträumen seit den 80er-Jahren untersucht, in Tibet unter anderem Namen schon sehr viel länger; Nachteile sind keine bekannt -- es liegt in der Natur der Träumens, dass man die "Dosis" nicht auf ein unnatürliches Maß erhöhen kann. Dass man es entgegen des Aberglaubens nicht automatisch echt stirbt, wenn man im Traum stirbt, wurde schon zur Genüge bewiesen (ich lebe z.B. auch noch).

Vorteile des Klarträumens sind u.a.:

  • Klarträumer können ihre Alpträume "abschalten". Da sie wissen, dass es sich nur um einen Traum handelt, befreien sie sich aus albtraumhaften Situationen (Endloses Fallen, Flucht vor Monster, etc). Oft ist die Lösung, das Gegenteil dessen tun, was den albtraumhaften Teufelskreis ausgelöst hat. Beispiele:
    • Gejagt werden: Umkehren und auf den 'Jäger' (Feind, Monster) zugehen, ihn ansehen und ihn bestimmt fragen, wer er ist und was er will. Entweder man bekommt die Antwort, oder der Jäger wird harmlos und löst sich auf. Manche Oneironauten greifen ihn auch an und besiegen ihn.
    • Endloses Fallen: Zum Vogel werden und hoch auf eine Wolke oder einen Berg fliegen.
    • Etwas-Erreichen-Müssen/Desorientierung: Den geträumten verpassten Zug oder Termin oder den flüchtenden Dieb sausen lassen; wenn man sich in Gängen und Straßen verirrt hat, in die entgegengesetzte Richtung gehen. Auf jeden Fall demonstrativ etwas anderes tun als panisch weiter zu suchen, dann klärt sich die Situation und man findet sich wieder zurecht.
    • Peinliche Situationen (unvorbereitete Klausur, Nacktheit, Toilette ohne Tür): Lachen und sich sagen "Es ist ein Traum, es ist nicht real, niemand sieht mich! Ich mache, wozu ich Lust habe!"
  • Kostenloser Traumurlaub a la 'Holodeck': Entspannung, Sex, Abenteuer
  • Man kann gefahrlos trainieren, was man im Wachen gelernt hat: Ein Referat halten, Auto/Fahrrad/Ski fahren, tanzen... Natürlich bekommt man dadurch keine Muskeln, aber es gibt einen geistigen und motorischen Lerneffekt durch die Wiederholung der Abläufe.[#]

Was klarträumen?

Hier eine kleine Sammlung von weiteren interessanten Aktionen, die die meisten Klarträumer ausprobieren.

  • Interessante bis wirre philosophische Selbstgespräche mit Traumfiguren führen. Traumgestalten um ein Geschenk oder einen Ratschlag bitten -- die sind da sehr kreativ und die Ergebnisse sind inspirierend bis erheiternd (das bezieht sich v.a. auf Albtraumgestalten).
  • Etwas Unmögliches tun: Ein Superheld oder Zauberer sein, durch Wände gehen, unsichtbar werden, sich umbringen, durch einen Spiegel in eine andere Welt gehen; fliegen, tief tauchen; sich teleportieren; sich in einen anderen Menschen oder ein Tier verwandeln; Traumfiguren und Gegenstände verwandeln, hinzufügen, entfernen...
  • Fliegen: Es gibt zahlreiche Arten zu fliegen. Im Sitzen oder Stehen waagerecht oder senkrecht fliegen, die Schwerkraft mit einem 'Hebel' regulieren, wie ein Vogel mit den Armen flattern, ausgestreckt wie Superman, durch den Äther wie im Wasser kreuzen, Anlauf nehmen und auf dem Wind gleiten, sich vorstellen, man habe Düsen...

Herausforderungen für Fortgeschrittene -- Was im Klartraum manchmal verblüffend schwer fällt:

  • Ein elektrisches Gerät einschalten, ablesen und benutzen (Lichtschalter, Computer, Handy, Digitalanzeigen).
  • Lesen, rechnen und schreiben.
  • Eine vernünftige Anzahl Finger oder ein normales gleichbleibendes Spiegelbild haben.
  • Mit Traumfiguren verständige Gespräche führen und aus ihnen sinnvolle Antworten herausbekommen! ;-)
Da Träume selbst oft in Metaphern "sprechen", kann es bei "Kommunikationsproblemen" (wenn der Traum außer Kontrolle zu geraten droht) hilfreich sein, auch selbst in Metaphern zu denken. Ein oben erwähntes Beispiel dafür ist, die Traumfigur um ein Geschenk zu bitten statt sich mit ihr zu unterhalten.

Wann hat man Klarträume?

Klarträume können spontan oder durch Übung entstehen, ebenso kann ein Klarträumer diese Fähigkeit zufällig oder durch Stress (vorübergehend) verlieren. Viele, die als Kinder ganz selbstverständlich klargeträumt haben, hörten in der Pubertät auf. Statistiken von 1999 und 2004 ergaben:

  • Ca. ein Drittel der deutschsprachigen Klarträumer erleben den ersten Klartraum als Kind, ein Drittel als Teenager, und ein Drittel als Erwachsener.
  • Vier Fünftel der Klarträumer hatten die Fähigkeit spontan, der Rest lernte es bewusst oder erlebte es während der Anwendung einer Entspannungstechnik.
  • Ein Viertel der normalen Bürger kennt das Phänomen, aber von all denen träumen nur wenige tatsächlich regelmäßig klar.

Wie häufig man luzide Träume hat, ist je nach Übung oder aktuellem Stresslevel sehr verschieden. Bei monatlichen, wöchentlichen oder täglichen Klarträumen spricht man von häufiger bis sehr häufiger Luzidität. "Normal" ist jedoch alles, von jährlich, über "einmal im Leben" bis zu "nie".

Wie lernt man Klarträumen?

Prinzipiell kann jeder klarträumen lernen. Einzige Bedingungen sind Geduld, gesunder Schlaf, gutes Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen, und eine offene neugierige Einstellung. :-) Hier eine Kurzfassung der Ausführlichen Liste der Methoden

  1. Traumerinnerung trainieren, z.B. durch Führen eines Traumtagebuchs
  2. Methoden: Hat man eine gute Traumerinnerung, gibt es zahlreiche Methoden, die Chancen auf Klarträume zu erhöhen, Klarträume auszulösen, und zu stabilisieren.
  3. Erster Klartraum: Manche Menschen haben ihren ersten Klartraum direkt nachdem sie zum ersten Mal davon gehört haben, z.B. nach dem Lesen eines Buches von LaBerge oder Tholey, oder dem Sehen des Kinofilms "Waking Life".
  4. Spontaner Klartraum: Manche Menschen haben schon immer klargeträumt, oder sie fangen damit an, ohne zu wissen, was es ist. In diesem Fall bleibt der Auslöser oft unbekannt.

Zitate

"Wir sind so cool, die Schafe zählen uns, wenn wir ins Bett gehen."
(Signatur eines Klartraumforummitglieds)
"Du kannst Dir nie sicher sein, wach zu sein,
sondern nur sicher, zu träumen."
" 1. - erkenne den spiegel. 2. - sei der spiegel. 3. - esse den spiegel! "
(Signatur eines Klartraumforummitglieds)

Quellen

Klartraum Newsletter mit Statistiken
Literatur
Forum

 
   
2008.08.26

http://www.ruthless.zathras.de/